Ein Job im Ausland

„Ein neuer Job muss her. Einer, wo ich nicht jeden Tag 45 Minuten im Stau stehe um in die Arbeit zu kommen. Einer, wo ich nicht jeden Tag den gleichen Tratsch von den Kollegen in der Kaffeepause zu hören bekomme. Einer, wo ich mal was anderes mache, als immer nur die fünf gleichen Dinge abzuarbeiten.  Einer, wo am Ende des Monats vielleicht auch mal was im Börserl übrig bleibt.“

Wenn einem solche oder ähnliche Gedanken durch den Kopf gehen, ist eine berufliche Veränderung sicher eine Überlegung wert. Wenn man dann  vielleicht noch Bilder wie die nebenan gezeigten im Kopf hat, dann ist es vielleicht Zeit auch einmal über eine Tätigkeit im Ausland nachzudenken. Es kann ja nichts Schlechtes sein, wenn man in Almaty nach einem anstrengenden Tag im Büro auf der Schipiste frische Luft schnappt oder in Venezuela seinen Stress auf der Terrasse abbaut. Ist es auch nicht. Nur sollte man bedenken, dass in den meisten Fällen im Ausland keine ruhige Terasse oder eine Schipiste auf uns wartet, sondern dass es durchaus auch so aussehen kann, wenn man aus dem Fenster blickt:

Schifahren in Almaty

Projekt Titan – Umschmelzanlage, Kasachstan

Terrasse in La Victoria, Venezuela

Entspannen auf der Terrasse

Projekt Nickel – Mine in La Victoria, Venezuela

Liaoning, Nordchina

Hat man für sich selbst und die eigene Familie die Entscheidung getroffen einen Wechsel in ein anderes Land zu wagen, gilt es vor allem eines zu beachten: es wird sicher anders, als man es sich vorgestellt hat.

Und damit kommen wir bereits zum wichtigsten Punkt, über den man sich vor jedem beruflichen Auslandsabenteuer klar werden sollte: Was erwarte ich mir?

Gründe für einen beruflichen Wechsel ins Ausland gibt es viele, nicht zuletzt die Erwartung auf einen besseren Verdienst. Aber auch Dinge wie neue Erfahrungen, neue Leute und neue Kulturen kennenzulernen spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung.

Welche Gründe einem persönlich auch immer wichtig sind; es ist jedenfalls empfehlenswert zu hinterfragen ob die eigenen Erwartungen mit einem Auslandsengagement auch tatsächlich erfüllt werden können. Jemand, der  einzig wegen des besseren Verdienstes ins Ausland geht, kann sehr bald merken, dass das Leben in der Fremde – womöglich irgendwo im Hinterland – das zusätzliche Geld nicht wert ist. Und jemand, den vor allem die Aussicht auf Berge, Steppen oder Strände lockt, ist vielleicht mit einer Urlaubsreise besser dran.

Viele Dinge kann man aber tatsächlich nur erfahren, wenn man sich zu einem Wechsel in ein anderes Land entschließt. Sich auf eine neue Kultur und eine fremde Sprache einzulassen und aus dem neuen Blickwinkel auch das Heimische, Vertraute zu hinterfragen gehört ebenso dazu wie neue Bekanntschaften zu knüpfen, alternative Problemlösungsansätze kennenzulernen und ganz generell den eigenen Horizont zu erweitern. Und nicht zuletzt bietet sich so mancher Schritt auf der Karriereleiter nur über den Weg ins Ausland.

Bei all den Gründen, die es für einen Schritt ins Ausland gibt, sollte man sich aber auch im Klaren sein, was man dafür aufgibt. Beruflich ist es nach einer Tätigkeit im Ausland nicht immer leicht zuhause wieder Fuß zu fassen. Und auch privat gilt es die eigenen Beziehungen zu pflegen, so dass man später nicht plötzlich ohne soziales Umfeld da steht. Ganz besonders gilt es neben den persönlichen Bedürfnissen auch die der eigenen Familie zu berücksichtigen und auch den Partner und Kinder in die Planung miteinzubeziehen.

Hat man für sich selbst und die eigene Familie die Entscheidung getroffen einen Wechsel in ein anderes Land zu wagen, gilt es vor allem eines zu beachten: es wird sicher anders, als man es sich vorgestellt hat. Deswegen: Vorurteile ausschalten und sich mit offenen Augen und offenem Verstand auf die neue Umgebung einlassen. Dann kann man auch am meisten von dem einpacken, was man auf keine andere Art bekommen kann: unbezahlbare Erfahrungen.